RuleSet Based Access Control (RSBAC)
RSBAC wird seit 1996 von Amon Ott entwickelt. Ursprünglich begann
RSBAC als Diplomarbeit im Fachbereich Informatik an der Universität
Hamburg. Die erste Veröffentlichung als Version 0.9 für den Linux
Kernel 2.0.30 erfolgte im Januar 1998.
RSBAC geht einen anderen Weg, in dem es zunächst nur ein Framework
darstellt. Innerhalb dieses Frameworks werden die Zugriffsanfragen
bearbeitet. Dabei können die unterschiedlichsten Zugriffsmodelle
realisiert werden. Es können auch mehrere Modelle gleichzeitig geladen
und aktiv sein. Aktuell unterstützt RSBAC die folgenden Modelle:
- MAC Mandatory Access Control Modell nach Bell-LaPadula
- RC Role Compatibility Modell. Jeder Benutzer erhält eine
Rolle, die alle von ihm gestarteten Prozesse erben. Dieses Modell
hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Type-Enforcement von SELinux.
- FC Ein einfaches funktionales Rollenmodell, welches zugunsten von RC
aufgegeben wurde.
- AUTH Dieses Modul überwacht die Benutzer und regelt,
welcher Prozess welchen Benutzerwechsel durchführen darf.
- UM Dieses User Management-Modul im Kernel ergänzt oder
ersetzt die Benutzerverwaltung unter Linux.
- ACL Mit den Access Control Lists prüft RSBAC, ob ein
Subjekt (Benutzer, Rolle, ACL Gruppe) auf ein Objekt zugreifen darf.
- PAX Dies ist der PaX(PageExec)-Patch, der auch Bestandteil von
grsecurity ist. Hiermit werden Schwächen in der Speicherverwaltung vermieden.
- DAZ Das Dazuko-Modul erlaubt ein On-Access-Scan von
Dateien mit einem Virenscanner.
- CAP Erlaubt die Definition von maximalen Capabilities
für einzelne Prozesse.
- JAIL Dieses Modul härtet das Chroot.
- RES Mit diesem Modul können für einzelne Prozesse
Resource-Limits gesetzt werden.
- FF Das File Flags-Modul erlaubt das Setzen von
Attributen auf Dateien, wie read only, append only, write only oder
execute only. Diese können auch von root nicht modifiziert werden.
- PM Das Privacy-Model implementiert den Schutz der
persönlichen Daten. Hierbei lehnt es sich an dem deutschen Gesetz
zum Datenschutz an.
Da RSBAC derartig viele Funktionen aufweist, ist es hier nicht
sinnvoll auch nur ansatzweise deren Administration aufzuzeigen. RSBAC
bietet selbst genug Material für ein Buch. Bei Interesse bitte ich den
Leser die Homepage http://www.rsbac.org aufzusuchen.
Ralf Spenneberg
2007-11-13