Abschalten von SELinux
Vielleicht wollen Sie SELinux einfach nur abschalten. Ich kann dieses
Vorgehen nicht empfehlen, sondern Ihnen nur raten, sich mit dem System
zu beschäftigen und es zu nutzen. Es wird die Sicherheit Ihres Systems
enorm erhöhen.
Falls Sie sich dennoch dazu entscheiden, möchte ich Ihnen zeigen, wie
Sie dies richtig bewerkstelligen. Eigentlich ist es ganz einfach.
Es gibt drei Möglichkeiten:
- Sie können SELinux komplett abschalten.
- Sie können SELinux in einen Warnmodus versetzen.
- Sie können SELinux für einen einzelnen Dienst abschalten, wenn
Sie die Targeted Policy verwenden.
Während die dritte Alternative im nächsten Abschnitt betrachtet wird,
werden wir hier die ersten beiden Möglichkeiten besprechen. Die
Konfiguration von SELinux erfolgt in der Datei
/etc/selinux/config.
Diese Datei enthält unter anderem die folgenden Zeilen:
# SELINUX= can take one of these three values:
# enforcing - SELinux security policy is enforced.
# permissive - SELinux prints warnings instead of enforcing.
# disabled - SELinux is fully disabled.
SELINUX=permissive
Der Wert der Variable SELINUX bestimmt das Verhalten bei dem
Boot:
- Enforcing: SELinux ist aktiv und setzt die Policy
um. SELinux kann zur Laufzeit in den Modus Permissive
versetzt werden.
- Permissive: SELinux ist aktiv. Verletzungen der Policy
werden erlaubt aber protokolliert. SELinux kann zur Laufzeit in den
Modus Enforcing versetzt werden.
- Disabled: Dies schaltet SELinux komplett ab. Es kann
zur Laufzeit nicht aktiviert werden. Ein Reboot ist hierzu erforderlich.
Um SELinux komplett abzuschalten, genügt daher die folgende Zeile in
der Datei /etc/selinux/config:
SELINUX=disabled
Achtung. Es ist wichtig, dass Sie in dieser Zeile keine
Leerzeichen einfügen.
Sie müssen aber berücksichtigen, dass nun ohne einen Neustart des
Systems keine Aktivierung von SELinux möglich ist. SELinux kann nicht,
wie zum Beispiel AppArmor, im laufenden Betrieb geladen
werden. Außerdem verlangt ein späterer Start mit aktiviertem SELinux
immer ein komplettes Relabeling (siehe 27.3) des Systems, so als ob SELinux nie auf
dem System aktiv gewesen sei (siehe 30).
Ralf Spenneberg
2007-11-13