Welche SELinux Policy?
Dieses Buch betrachtet in erster Linie die SELinux Reference-Policy,
die auf http://serefpolicy.sf.net gepflegt wurde und nun unter
http://oss.tresys.com zu finden ist. Ältere
Distributionen (zum Beispiel Fedora Core 3, 4 und Red Hat Enterprise
Linux 4) verwenden häufig auch noch die SELinux Example-Policy, die
auf http://selinux.sf.net gepflegt wird. Sollten Sie eine
derartige Distribution einsetzen wollen, sollten Sie auch das Kapitel
V lesen. Hier wird auf die Unterschiede
eingegangen.
Die wesentlichen Ziele, die zur Entwicklung der neuen Reference Policy
geführt haben, waren:
- Einen Quelltext für die Erzeugung aller Policy-Varianten: Targeted,
Strict und MLS.
- Integrierte Dokumentation innerhalb der Policy.
- Modularität und Kapselung der einzelnen Bestandteile.
- Vereinfachte Verwaltung und Übersetzung.
- Integrierte Unterstützung von MLS.
Obwohl die Modularität die tägliche Arbeit mit der Policy vereinfacht,
kann dieses Ziel erst richtig verstanden werden, wenn auch der SELinux
Policy Management Server (siehe 40) eingesetzt wird. Dieses Projekt befindet sich noch in
der Entwicklung und wird die zentrale Administration der Policy durch
unterschiedliche Benutzer erlauben.
Sowohl bei Einsatz der Example Policy als auch bei der Reference
Policy bieten viele Distributionen sowohl eine Targeted als auch eine
Strict-Policy als Variante an. Die meisten einführenden Beispiele
basieren auf der Targeted-Variante. Diese Variante ist bei den meisten
Distributionen der Default und erlaubt die
verständlichere Darstellung der Beispiele. Die Eigenschaften der
Targeted-Policy werden in dem Kapitel 23 besprochen. Viele Befehle sind jedoch nur bei Einsatz der
Strict-Variante sinnvoll (z.B. newrole). Deren Unterschiede
werden in dem Kapitel 24 besprochen.
Ralf Spenneberg
2007-11-13